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Prunus serotina in Berlin

Inhalt

1. Einleitung

2. Geschichte der Ausbreitung

3. Situation

4. Das 1 x 1 der Spätblühenden Traubenkirsche

5. Waldbauliche Auswirkungen

6. Bekämpfungskonzeption

7. Projekt Bioherbizid

8. Handlungsbedarf

9. weitere forstl. relevante Neophyten

10. Literatur

11. Über uns

12. Impressum

Kontakt: prunus-serotina@gmx.de


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1. Einleitung


Die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina EHRH.) konnte sich in Europa kontinuierlich etablieren. Ihre starke Ausbreitungsdynamik verursacht vieler Orts in den Norddeutschen Wäldern gravierende waldbauliche Probleme auf rasant wachsender Fläche. So entwickelte sie sich auch in Berlin seit ihrer planmäßigen Einführung in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts schnell von Unterbauten zur Problembaumart. Aus diesem Blickwinkel erscheint die Suche nach umweltverträglichen, wirksamen Konzepten zu ihrer Bekämpfung sinnvoll.

Auf dieser Website wird auf die nachfolgenden Themenbereiche eingegangen:


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2. Geschichte der Ausbreitung


Prunus serotina gehörte laut STARFINGER (1990) zu den ersten nordamerikanischen Gehölzarten, die nach Europa eingeführt wurden. Er nennt verschiedene Quellen, welche die Jahre 1623 bzw. 1629 als erste Anbaujahre bezeichnen und gibt die Umgebung von Paris als ersten Standort an. Von dort wurde der Neophyt noch im 17. Jahrhundert in Europa weiter verbreitet. In Deutschland ist sie erst 1685 sicher nachgewiesen. Lange wurde Prunus serotina als Zierpflanze in Gärten und Arboreten verwendet.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Anbau fremdländischer, speziell nordamerikanischer Baumarten in den Forsten gefördert. Auch die Traubenkirsche sollte zur Wertholzproduktion auf armen Böden genutzt werden, aber zur Umsetzung dieser Pläne kam es nicht. Durch zahlreiche Misserfolge wurde der forstliche Anbau exotischer Gehölzarten auf ein Minimum reduziert (KOWARIK, 1992). Erst unter dem Druck drohender Holzknappheit im Jahre 1870 begann eine neue Welle des Anbaus fremdländischer Baumarten, welche allerdings für die Verbreitung von Prunus serotina nur eine geringe Bedeutung hatte. Bis 1900 gab es in Europa nur vereinzelte Versuchsanbauten auf kleinen Flächen. So zum Beispiel in Deutschland in den Revieren Eberswalde, Chorin und Freienwalde. Neben den Äußerungen früher Autoren, dass die Traubenkirsche innerhalb kurzer Zeit, auch auf armen und trockenen Böden, wertvolles Holz produziert, häufen sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Stimmen, die ihr strauchartiges und krüppeliges Wachstum beklagen (STARFINGER, 1990).


Der großflächige Anbau der Spätblühenden Traubenkirsche

Trotz der geteilten Meinung über den Anbau der Spätblühenden Traubenkirsche zur Wertholzproduktion wurden ab etwa 1920 größere Anbauten, vor allem in den Niederlanden, durchgeführt. Über den genauen Umfang der Pflanzungen, speziell in Deutschland, ist heute nur wenig bekannt. STARFINGER (1990) zitiert WENDORFF (1952): "In der jüngsten Zeit hat sich (...) der Anbau dieser amerikanischen Holzart weiter verbreitet und es steht zu erwarten, dass die Prunus serotina EHRH. bald in keinem Teil von Mitteleuropa fehlen wird." Weiter berichtet STARFINGER (1990) von anhaltenden Anpflanzungen bis in die Gegenwart. Die von ihm angeführten Zentren des Vorkommens können auch heute noch als aktuell angesehen werden:


Es können sechs Ziele genannt werden, welche durch die Anpflanzung von Prunus serotina angestrebt wurden: 



Der maßgebliche Grund für die Verwendung speziell der Spätblühenden Traubenkirsche zur Realisierung der oben genannten Ziele dürfte jedoch darin bestanden haben, dass sie aufgrund ihrer hohen Verbissresistenz im Gegensatz zu den einheimischen Baumarten, wie Hainbuche, Ahorn, Linde, Ulme, Rotbuche, Eiche etc. als nahezu einzige Baumart ohne Verbissschutzmaßnahmen und somit kostengünstig, bzw. überhaupt angebaut werden konnte. Die Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung, welche heute weite Teile des norddeutschen Flachlandes betrifft, wurde zum damaligen Zeitpunkt nicht vorhergesehen.


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3. Die aktuelle Situation


Die Ausbreitung erstreckt sich von Frankreich über die Schweiz bis Litauen. In Norddeutschland bestehen unabhängig der Waldbesitzarten und Betriebsformen unterschiedlichste Auffassungen zum Umgang mit dieser Thematik. Das Spektrum reicht von:


Berlin

Die Spätblühende Traubenkirsche stellt heute auf ca. einem Drittel der 29.000 ha großen Berliner Gesamtwaldfläche neben dem Wildverbiss das größte waldbauliche Hindernis dar. Auf den betroffenen Flächen ist der angestrebte Waldumbau der instabilen, einschichtigen Kiefernbestände nur schwer, beziehungsweise unter den gegebenen Arbeitsbedingungen teilweise gar nicht zu erreichen.

Seit den 1980´er Jahren unternehmen die Berliner Forsten große Anstrengungen, sie zurück zu drängen. Gute Erfolge in einzelnen Revieren stehen einer schwierigen Gesamtsituation gegenüber. Drastische Einsparungen im Bereich von Arbeitskräften und Maschinen schränken die betrieblichen Handlungsmöglichkeiten ein.

Die Waldbaurichtlinie der Berliner Forsten weist bereits im Jahre 1992 auf die waldbauliche Zielsetzung im Umgang mit der Traubenkirschenproblematik hin.

Die Spätblühende Traubenkirsche muss aus ökologischen und waldbaulichen Gründen aus den Beständen verdrängt werden, damit sich Wälder entwickeln können, die einen horizontalen und vertikalen Strukturreichtum besitzen, mit standortheimischen Baum- und Straucharten bestockt sind und eine entsprechend dem Standort und dem Bestandesalter gut entwickelte Krautschicht aufweisen


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4. Das 1 x 1 der Traubenkirsche von Malte Münte

Die bundesweiten Bekämpfungsversuche der letzten Jahrzehnte haben meist nicht den erhofften Erfolg erbracht; vielmehr dürften viele der Aktivitäten in den Ländern als gescheitert betrachet werden. Forstverwaltungen und Waldbesitzer stehen der kalamitätsartig um sich greifenden Problematik überwiegend machtlos gegenüber. Eine grundlegende Neubetrachtung der Gesamtsituation erscheint erforderlich.

In der Benennung und Behebung der Primärursachen und nicht im weiteren "Herumdoktern" an den Symptomen liegt der Schlüssel zum Bekämpfungserfolg.

Ursachensuche:

Welche Faktoren begünstigen die seit Jahrzehnten anhaltende Ausbreitung dieser nordamerikanischen Baumart unter den lichten Kiefern-, Lärchen- und Eichenwäldern. Augenscheinlich besetzt Prunus serotina eine ökologische Nische, welche ihr hervorragende Wuchsbedingungen bereitstellt.


4.1. Der Einfluss der einschichtigen Kiefern-, Lärchen- und Eichenbeständen:

Die heutigen Kiefernbestände stocken vielerorts, der damaligen Waldreinertragslehre folgend, auf einstigen Standorten natürlich vorkommender Mischwaldbestände. Beispielsweise sind diese Z2 und M2 Standorte mit zusammen 70% am häufigsten an der Gesamtfläche der Berliner Wälder vertreten. Im Gegensatz zu den natürlichen Mischwaldgesellschaften wird das vorhandene Nährstoff- und Wasserdargebot durch die Nadelforste nicht ausgeschöpft. Diese Nährstoff- und Wasservorräte stehen aufgrund des verbissbedingten Fehlens heimischer Laubbaumarten der verbliebenden Prunus serotina zur Verfügung.


4.2. Der Einfluss des Lichtes:

Im Gegensatz zu Urwäldern, deren Photokollektor-, bzw. Produktionsflächen in den oberen Stockwerken der Kronenschicht liegen, werden in einschichtigen Kiefernreinbeständen in Abhängigkeit vom Bestockungsgrad (B° 1 – 0,6) lediglich 50 – 75% des einfallenden Lichtes im Kronenraum absorbiert. 25 bis 50% erreichen somit ungehindert die Bodenschicht also Kollektor-, bzw. Produktionsfläche. Dieses hier produzierte erhebliche Blatt- / Knospenvolumen der heimischer Baumarten wird häufig vollständig vom Wild als Äsung aufgenommen und dient somit zum Aufbau von Wildpret. Aufgrund dieses häufig bereits langjährig anhaltenden Totalverbisses der Naturverjüngung kann Prunus serotina die o.g. 25-50% ige Photoenergiemenge zur Eigenproduktion ihrer Pflanzenmasse exklusiv nutzen.


4.3. Nährstoffe und Wasser:

Der Anteil der Z und M - Standorte an der Berliner Gesamtwaldfläche beträgt rund 70 %,. Sie sind überwiegend mit einschichtigen, instabilen Kiefernbeständen, z. T. aus Nachkriegsaufforstungen, bestockt. Aber auch anderswo wurden diese Z iehmlich armen, M äßig Nährstoff versorgten und teilweise K räftigen ehemaligen Mischwaldstandorte zumeist zu Nadelholzbeständen umgewandelt. Prunus serotina kann auf diesen Standorten auf eine ausreichende, teilweise eine optimale Nährstoffversorgung zurückgreifen.


4.4. Der Einfluss des Wildes:

Über die besonderen Eigenschaften der STK wie:

liegen umfangreiche Veröffentlichungen vor. Auch manche einheimische Baum- und Straucharten weisen derartige Eigenschaften auf. Jedoch verfügt Prunus serotina zusätzlich noch über die wichtige Eigenschaft der Verbissresistenz, deren genauere Betrachtung lohnenswert erscheint und als Schlüssel für ihren Erfolg gewertet werden kann.


Das Blausäurekomplott:

So enthalten die Pflanzenzellen von Prunus serotina den Wirkstoff Amygdalin, ein cyanogenes Glykosid, welches bei Beschädigung der Zellen, z.B. durch Verbiss, mit dem Luftsauerstoff reagiert und zu Cyanwasserstoff, kurz: Blausäure, zerfällt. Durch diese toxische Substanz ist die Pflanze gegen den Verbiss von Herbivoren geschützt und somit, im Gegensatz zur heimischen Pflanzenwelt, verbissresistent. Dieser „Blausäure – Schutzanzug“ bietet ihr somit im Wettstreit mit den heimischen Baumarten um Licht, Nährstoffe und Wasser den entscheidenen Konkurrenzvorteilganz in einem durch starken Wildverbiss gekennzeichneten Waldökosystem. Daher verbleibt die Späte Traubenkirsche nach Verbiss der potentiellen heimischen Baumarten häufig als einzige Baumart, vom Wild „herausselektiert“. Sie findet in dieser "betriebsbedingt" geschaffenen Niesche neben Licht, Wasser und Nährstoffen vor allem Eines: – Keine Konkurrenz durch heimische Baumarten.

Wildverbiss sorgt somit dafür, dass heimische Laubbaumarten den Standraum von STK nicht konkurrieren. Wildverbiss auf der einen und Verbissresistenz auf der anderen Seite verbessern ihre Etablierungschancen unter den lichten Kiefernforsten so gravierend, daß dieser Wettbewerbsvorteil als Hauptursache für ihre Ausbreitung angesehen werden kann.

Hier einfügen: wechselwirkung STK fläche auf Äsungsangebot, als Einstand, Druck auf Restfläche, Verjüngungsfläche.

Bild 1: "Betriebsbedingte freie Niesche". In der Invasionsphase trifft Prunus serotina vielerorts auf einschichtige Kiefern-, bzw. Eichenbestände, welche verbissbedingt häufig keine Verjüngungsschicht ausbilden konnten. Ihre Samen keimen hier auf einem konkurrenzfreien "Saatbett".


Bilder 2a: (Traubenkirsche auf dem rechten Bild entsprechend blau markiert) Bereits im undurchforsteten Stangenholz beginnt die erste Besiedlung. Die Kiefer als Lichtbaumart vermag es schon in dieser Bestandesphase nicht mehr, die schattentolerante STK auszudunkeln. Einheimische Baumarten fehlen verbissbedingt.



Bild 2b: Ihr "Blausäure-Schutzanzug" garantiert ihr die "Unberührbarkeit". Nach wenigen Jahren geht von diesem fruktifizierenen Mutterbäumen die zuverlässige weitere Ausbreitung aus.



Bild 3: Die Ausbreitung schreitet "konkurrenzfrei" auf bestem Standort voran.



Eine weitere Ausbreitungsart ist ihr sukzessives Fortschreiten. Dabei kommt es zur Keimung der im unmittelbaren Kronenbereich herabfallenden Beeren. Die Wandergeschwindigkeit ist entsprechend gering, jedoch findet das Fortschreiten der Front geschlossen-wandförmig statt.



Prunus & Pinus

Bild 4: In Folge der Besiedlung entwickelt Prunus serotina eine geschlossene zweite Bestandesschicht im Schutz des lichten Kiefernschirmes. Unterhalb dieser Zwischenschicht ist die Verjüngung heimischer Baumarten aufgrund a.) der unzureichenden Lichtverhältnisse sowie b.) des weiter anhaltenden Verbisses in diesen günstigen Wildeinstandsgebieten wahrlich nicht mehr möglich. Es bleibt zu betonen, dass primär und ursächlich der Wildverbiss, wie in den Bildern 1-3 dargestellt, für das Fehlen der heimischen Naturverjüngung verantwortlich ist und die Etablierung ermöglichte. Erst in sekundärer Folge kann die auf Bild 4 dargestellte zweite Bestandesschicht von Prunus serotina aufgrund ihrer dominierenden Lichtkonkurrenz die heimische Verjüngung ausdunkeln. Eine Ausnahme dabei bildet nicht selten die Vogelbeere. Jedoch vermag sie es aufgrund ihrer durchlässigen Blattstruktur nicht ernstlich als Konkurrenzbaumart aufzutreten, um damit einen waldbaulichen Einsatz zu ermöglichen.


Analogie:

Weitere verbissresistente Neophyten, wie Robinie, Eschenahorn und Schneebeere nutzen diese „betriebsbedingte Niesche“ in gleicher Weise. Erstere besiedeln als Lichtbaumarten die Freiflächen, Wegesränder und lichten Waldpartien. Dagegen gelingt es der Spätblühende Traubenkirsche aufgrund ihrer höheren Schattentoleranz unter den großflächigen Kiefer-, aber auch Lärchen- und Eichenbeständen zu siedeln. Das Eindringen in naturnahe Mischwälder oder geschlossene Fichten-/ Douglasienbestände vermag sie nicht. Die schattentolerante Schneebeere bildet in Teilen der Berliner Wäldern mittlerweile geschlossene Strauchschichten über mehrere Abteilungen von insgesamt mehreren hundert Hektar Flächengröße.


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5. Waldbauliche Auswirkungen


Neben dem Wildverbiss stellt die Traubenkirsche häufig das größte waldbauliche Problem dar. Die Auswirkungen werden von MARKUS STURM, AFZ der Wald, Heft 3, 2005 sinngemäß wie folgt beschrieben:

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6. Bekämpfungs- und Sicherungskonzeption

Fast unmittelbar nach Beendigung der Anpflanzungen von Prunus serotina, zu Beginn der 50er Jahre, folgten Maßnahmen zur Bekämpfung. Diese erscheinen im Rückblick, mit einigen erfreulichen Ausnahmen, häufig wenig erfolgreich. Die Berliner Forsten sind derzeit bemüht, eine Konzeption zu entwickeln, welche unter Einbeziehung der waldökologischen Prozesse eine Zurückdrängung ermöglicht.

Da auch Gärten, Parkanlagen, Böschungsbepflanzungen, Friedhöfe und sonstige Grünflächen weiterhin Ausgangspunkte zur Ausbreitung von Prunus serotina bilden werden, erscheint der Versuch der Bekämpfung auf diesen Flächen wenig sinnvoll. Vielmehr birgt der konsequente Waldumbau zu Mischwäldern und somit das Schließen der "betriebsbedingt" entstandenen ökologichen Niesche unter den zumeist einschichtigen lichten Kiefernbeständen durch die Verjüngen mit standortgerechten Baumarten daher eine langfristige Perspektive für die Sicherung der Bestände und somit zur Zurückdrängung der Traubenkirsche.

Integrales Konzept:

Neben der:

1.) Bekämpfung der Traubenkirsche beinhaltet das integrale Traubenkirschenkonzept zudem die

2.) Sicherung und Freihaltung der noch nicht befallenen Bestände durch geeignete Waldumbaumaßnachen.

Es macht wenig Sinn, die einem Forstbetrieb nur begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen primär oder exzeptionell in die äußerst aufwendige Bekämpfung und somit "Rückeroberung" von Befallsbeständen zu investieren, anstelle die noch nicht befallenen, aber potentiell "fängischen" Waldbereiche mit relativ günstigen Waldumbaumaßnahmen gegen einen zukünftigen, meist absehbaren Befall präventiv zu sichern.

Aus diesem Grunde ist im jeweiligen Einzelfall eine Abwägung des Mitteleinsatzes zwischen 1.) Bekämpfungsmaßnahmen und 2.) Sicherungsmaßnahmen zu treffen.

Eine Traubenkirschenbekämpfungsmaßnahme ist aufgrund der hohen Kosten meist nur gerechtfertigt, wenn unmittelbar damit auch eine Verjüngung erfolgt, um die Traubenkirsche möglichst schnell durch einheimische Laubbaumarten zu substituieren und zu konkurrieren. Eine Bekämpfung ohne Verjüngungmaßnahme, also lediglich zur Wiederherstellung des historisch bedingten einschichtigen Kiefernbestandes, ist weder ökologisch, noch ökonomisch sinnvoll oder nachhaltig, da diese "Nieschen" dauerhaft von erneuter Traubenkirschenbesiedlung freigehalten werden müssen. Zudem weist ein traditioneller Kiefernbestand größere Instabiltäten gegenüber Feuer, Wind und Kalamitäten auf, als ein zweischichtiger Bestand mit Traubenkirsche. Zudem überwiegen die ökologischen Vorteile eines zweischichtigen Mischbestandes aus Kiefer und Traubenkirsche hinsichtlich Humusform und Mikroklima. Eine Bekämpfung der STK ist somit prinzipiell nur gerechtfertigt, wenn sie unmittelbar durch einheimische Verjüngung substituiert wird.

1.) Die "Bekämpfung" beinhaltet im Regelfall ein Komplettpaket aus:

2.) Die "Sicherung" kann auf die aufwendige STK - Bekämpfung verzichten und spart damit deutlich Ressourcen.


Bekämpfungs- und Sicherungskonzept:

Das aus dem ursachenbasierten "1 x 1 der Traubenkirsche" entwickelte "Sicherungs- und Bekämpfungskonzept" kann als theoretische Grundlage und zur Adaption an die jeweiligen lokalen Revierverhältnisse dienen.

1. Sicherung (noch) nicht befallener Waldflächen:

Potentielle gefährdete Waldflächen ohne Befall sind weiterhin freizuhalten. Auf ihnen ist ein Verschlechterungsverbot! gefordert. Der Waldumbau zu naturnahen, stabilen Mischbeständen mit heimischen Baumarten schützt vor der Ausbreitung der STK aufgrund der entstehenden natürlichen Konkurrenz.


a.) Altbestände

Neben der Kontrolle und gegebenenfalls Freihaltung von Anflug von STK erfolgt in diesen Beständen vorrangig ihre Sicherung durch Verjüngungsmaßnahmen. Auf dem Verbissschutz liegt hier somit ein besonderes Augenmerk.


b.) Mittelalte und jüngere Bestände

Neben der Kontrolle und gegebenfalls Freihaltung kann eine Sicherung durch Voranbau oder „Unterbau“ mit standortgerechten Baumarten erfolgen. Der Unterbau erfüllt hier, analog zur Schaftpflege bei z.B. der Eiche, die „dienende“ Funktion der "Konkurrenzschaffung" gegenüber der STK. Er kann später in die neue Mischwaldgeneration übernommen werden.


c.) Freiflächen

Nicht befallene Freiflächen wie NSG´s etc. müssen kontinuierlich kontrolliert und gegebenenfalls freigehalten werden. Eine Sicherung mit waldbaulichen Mitteln ist hier aufgrund des gewünschten Freiflächencharakters nicht möglich. Mittel zur Freihaltung sind dauerhaft einzuplanen.


d.) Laubholzriegel

Zur Strukturierung von Gebieten, z.B. zu Nachbarschaftgrenzen, Referenzflächen oder zur Abtrennung von Befallszonen kann aus strategischen Gründen die Anlage eines 10 - 30 Meter tiefen Laubholzriegels aus Schatt-, bzw. Halbschattbaumarten sinnvoll sein. Dieser bremst die Ausbreitung der STK aus Befallsgebieten erheblich, da nur wenige Samen diese Zone z.B. durch Tiertransport zu überwinden vermögen. Jene wenigen müssen entsprechend der o.g. Kontrollen konsequent entfernt werden.


2. Bekämpfung befallener Flächen:


a. Altbestände:

Hier liegt das Augenmerk auf dem verbleibenden Verjüngungszeitraum. Überalterte Bestände werden von STK befreit, mit Laubbaumarten verjüngt und somit „gesichert“. Ältere Bestände werden Priorität genießen. Vereinzelt in die aufwachsende Verjüngung eingewachsene Traubenkirschen werden im Zuge der zukünftigen, planmäßigen Pflegemaßnahmen mit entnommen.


b. Mittelalte und jüngere Bestände:

Eine Verschlechterung der Situation ist kaum mehr möglich. Daher kann es hinsichtlich der knappen Ressourcen sinnvoller sein, befallende Bestände mittleren und jungen Alters erst dann in die aufwendige STK - Bekämpfung mit einzubeziehen, wenn sowohl die Sicherung der (noch) nicht befallenden Bestände 1 a - c, als auch die Bekämpfung in den befallenden Altbeständen 2 a, sowie auf Vorrangflächen 2 d, erfolgreich gehandhabt wird.


c. Freiflächen:

Freiflächen stehen nicht selten im Widespruch zur natürlichen Sukzession der Bewaldung. Eine Sicherung durch waldbauliche Maßnahmen ist somit, „qua Definitione“ nicht realisierbar. Die notwendigen Ressourcen für die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen müssen daher dauerhaft eingeplant werden.


d. Vorrangflächen:

Hier erscheint schnelles Handeln geboten. Diese gering befallende Flächen können (noch) mit geringem Mitteleinsatz von STK befreit und im Anschluss entsprechend 2. a, b, c weiter behandelt werden. Befallsinseln und Solitärbäume als Samenemittenten sind Ausgangpunkte von Besiedlungen und sollten vorrangig bekämpft werden.


Maßnahmen zur Reduzierung der Spätblühenden Traubenkirsche

Die derzeit in Berlin zur Verfügung stehenden Verfahren sind äußerst ressourcenintensiv und können daher nicht befriedigen.

- Stubbenroden mit Pferd, Schlepper, Seilwinde oder Bagger.

- Ziehen der Jungpflanzen von Hand.

- Abbeilen der Stockausschläge über mehrere Jahre.

- Chemische Herbizide werden in den Berliner Wäldern bereits seit 1990 nicht mehr eingesetzt. Seit 2001 sind die Berliner Forsten zudem FSC und Naturland zertifiziert.

- Alternativ wird an der Entwicklung eines biologischen Bekämpfungsverfahrens gearbeitet.


Wegen der weiten Verbreitung in den Niederlanden sind dort schon frühzeitig verschiedene Bekämpfungsmethoden angewandt worden.So begann man mit dem einfachen Absägen der Bäume, ohne die Stümpfe weiter zu behandeln. Das hatte zur Folge, dass sich rasch eine große Zahl von Stockausschlägen bildete, welche schneller wuchsen und wahrscheinlich mehr Früchte produzierten. BRUNSCH (2000) stellte fest, dass die einfache mechanische Bekämpfung nicht nur unwirksam ist und auch zweimaliges Absägen die Pflanze nicht schädigt, sondern dass im Gegenteil Prunus serotina zu noch stärkeren Austrieben angeregt wird.

Ein Ausreißen junger Pflanzen per Hand und größerer Sträucher oder Bäume mit maschineller Unterstützung oder mit Pferden ist nur mit mehrmaliger Wiederholung sinnvoll, da im Boden verbleibende Wurzeln neu ausschlagen können.

Auch das Ringeln bringt oftmals nicht den gewünschten Erfolg, da die Verwundung von der Traubenkirsche meist überwallt wird. Um das zu verhindern, wäre ein sorgfältiges Abschälen bis zum Kernholz erforderlich (HÄUßER, 1999), doch ist der damit verbundene Aufwand nicht zu verantworten.

Ein positives Beispiel:

Das Revier Dachsberg im Grunewald

Revierförster Andresas Constien

Erfolgreicher Waldumbau der instabilen "Kiefernheiden" zur Mischwaldentwicklung im Revier Dachsberg nach 25 Jahren. Die Naturverjüngung aus Eiche, Buche, Hainbuche, Ulmen, Ahorn, Linde, Eberesche und anderen heimischen Baumarten hat die neue Laubmischwaldgeneration gebildet und löst die historischen Kiefernbestände ab. Eine wichtige Voraussetzung dafür stellte die verbissfreie Entwicklung der Naturverjüngung dar, die nach der Rodung der STK die unvermeidlich nachkeimenden Traubenkirschen - Jungpflanzen und Stockaustriebe mit der Zeit überwächst und ausgedunkelt. Für diese "Verbissfreiheit" sorgen seit Jahrzehnten die zahlreichen Hauptstadt - Hunde dieses ca. 1.000 ha großen Hundeauslaufgebietes. Prinzip: "Domestizierte Wölfe als Prädatoren". Die Kosten für Gatterbau und Pflanzung entfallen somit gänzlich. So lassen sich Waldgebiete umbauen.

Die zukünftige Waldgesellschaft aus Naturverjüngung der umgebenden Laubbaumarten ohne a.) Gatterbau und b.) eigene Pflanzung oder Saat.

Hier haben sich die heimischen Laubbaumarten nachhaltig durchgesetzt. Es entwickelt sich ein stabiles Waldökosystem, welches den zukünfigen Herausforderungen, wie z.B. einem möglichen Klimawandel, elastisch begegnet.


Der Einsatz chemischer Mittel wird in den Wäldern der Berliner Forsten seit Anfang der 1990´er Jahren nicht mehr praktiziert.


Eine weitere Maßnahme ist der Einsatz des Pilzes Chondrostereum purpureum (PERS.: FR.) POUZAR (Violetter Knorpelschichtpilz). Zu diesem Thema liegen bereits Veröffentlichungen verschiedener Autoren vor (z.B. SCHEEPENS und HOOGERBRUGGE, 1988; WALL 1990). Zur Inokulation werden die Bäume abgesägt und Mycel auf die Schnittflächen aufgetragen. Bei diesem Verfahren kommt in der Regel ein bestimmtes Isolat des Pilzes zum Einsatz, das gezielt durch Laborexperimente ausgewählt werden muss. Es finden Versuche mit verschiedenen Präparaten in den Niederlanden, in Deutschland, in der Schweiz, in Kanada, Finnland und Neuseeland statt. Um die lokale Pilzflora nicht zu verfälschen, werden nach Möglichkeit einheimische Stämme verwendet. Untersucht wurde nicht nur die Wirkung des Pilzes auf die Traubenkirsche, sondern auch auf andere Baum- und Straucharten. So wird Chondrostereum purpureum z.B. in Finnland an Birke und in Neuseeland an Ginster getestet. Außerdem ist Chondrostereum purpureum ein wirksamer Antagonist gegen den Erreger der Platanenwelke, Ceratocystis fimbriata ssp. platani. Eine Beimpfung der kränkelnden Platanen mit dem Knorpelschichtpilz könnte einen Beitrag zur Eindämmung der Krankheit leisten, da diese dann keine Infektionsquelle mehr darstellen würden (DE JONG, HOLDENRIEDER und SIEBER, 1998). In vielen Ländern ist man von der Wirkung des Violetten Knorpelschichtpilzes überzeugt.

Laut einer niederländischen Untersuchung sowie einer Fallstudie aus Belgien sollte aufgrund des potentiellen Infektionsrisikos zu Obstplantagen ein Abstand von 500 m eingehalten werden (DE JONG, SCHEEPENS, ZADOKS, 1990). Die Ansteckungsgefahr ist auch nur dann erhöht, wenn die Fruktifikation des Pilzes und der Obstbaumschnitt synchron erfolgen. Mit zunehmendem Alter der Wunde nimmt das Ansteckungsrisiko weiter ab. Einheimische Prunus-Arten überleben eine Infektion jedoch in der Regel (STARFINGER, 1990). Es besteht kaum die Gefahr, dass der Violette Knorpelschichtpilz eine negative Wirkung auf die lokale Pilzflora ausübt. Dies liegt vor allem an seiner relativen Kurzlebigkeit. "Er ist eine Pionierart, die das Holz rasch befällt, bald fruktifiziert und oft schon nach sechs Monaten von stärkeren Fäuleerregern abgelöst wird." (THIEME, 2007) Der Pilz breitet sich im Xylem der Wirtspflanze aus, wobei er keine oder nur eine sehr geringe Abwehrreaktion auslöst. Dies favorisiert ihn ebenfalls für eine Verwendung als Bioherbizid.

In der Vergangenheit wurden wiederholt Versuche mit Chondrostereum purpureum in verschiedenen Bundesländern durchgeführt. Die Ergebnisse konnten überwiegend nicht befriedigen. Die Berliner Forsten haben sich der Verbesserung der Applikationsmethode angenommen.


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Projekt Bioherbizid

Im Entstehen!

Auch der Einsatz von landwirtschaftlichen Nutztieren wurde untersucht. Es wurden 10 Ziegen und 16 Moorschnucken auf drei Versuchsflächen mit einer Größe von 2,5 ha eingekoppelt. Die Tiere ernährten sich von den Blättern und der Rinde, was durch die Cyanidaufnahme zu einer Gewichtsreduzierung des Viehs führte. Da es trotz des Abfraßes zum vollen Blattausschlag im Folgejahr kam und zu keiner optisch wahrnehmbaren Veränderung führte, kann der Einsatz der Wiederkäuer als erfolglos eingestuft werden (HERRMANN, 2000).

Im Jahr 2000 wurden von BRUNSCH verschiedene Bekämpfungsmethoden getestet. Dabei verglich er die Ergebnisse der Bearbeitung durch einfaches Absägen, Ausdunklung mit Eimern, Aufbringung von "TOUCHDOWN" (Glyphosat) und die Behandlung mit Kochsalz miteinander.

Der Ausdunklungsversuch hat sich als langwieriger Prozess herausgestellt, da trotz der eingeschränkten Assimilation noch erstaunlich lange Wurzelaktivitäten zu verzeichnen waren. Der Zeitpunkt des Absterbens konnte nicht bestimmt werden, doch ist die Vitalität der Traubenkirsche bei zunehmender Ausdunklung vermindert und auch die Anzahl der Bäume wird reduziert (GETTE, 2001).

Eine weitere Methode ist die Behandlung mit Kochsalz. Dieses wurde in Bohrlöcher eingestreut. Zwar tötete das Salz den Stubben in der Nähe der Bohrlöcher ab, doch war die Wirkung nicht zufrieden stellend, da das Salz nicht tief genug in den Wurzelbreich transportiert wurde.


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8. Handlungsbedarf

Entsprechend der aktuellen Ausbreitungsdynamik und der damit einhergehenden Vergrößerung des Problems erscheint eine Beschäftigung mit nachfolgenden Punkten sinnvoll:

I Datenerfassung

II Koordinierung

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9. Forstlich relevante Neophyten in Berlin

  1. Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  2. Robine (Robinia pseudoacacia)
  3. Eschenahorn (Acer negundo)
  4. Götterbaum (Ailanthus altissima) - bisher dato nicht in den Berliner Wäldern problematisch.
  5. Schneebeere (Symphoricarpos albus)

1. Spätblühende Traubenkirsche

Taxonomie, Biologie und Ökologie

Die taxonomische Einteilung der Prunus serotina EHRH.

(Synonyme: Prunus virginiana L., Padus virginiana MILL., Padus serotina [EHRH.] BORKH.):

(FITSCHEN, 2002)

Prunus serotina - Der Film (engl.)

"Zusammen mit anderen Prunus-Arten mit traubigem Blütenstand wird sie von einigen Autoren (z.B. ROTHMALER, 1976) in eine eigene Gattung Padus gestellt. Selten (z.B. bei SOO, 1966) findet sich daneben noch der Name Cerasus serotina. Die meisten modernen Autoren folgen jedoch KOEHNE (1915), der in Anbetracht der vielen chinesischen Arten mit intermediären Merkmalskombinationen die Aufteilung der Prunus nicht für gerechtfertigt hält." (STARFINGER, 1990) Daraus leiten sich auch verschiedene deutsche Schreibweisen ab. So gebraucht z.B. HECKER (2001) den Ausdruck "Trauben-Kirsche". Hier wird aber weiterhin die gebräuchlichere, zusammen geschriebene Form "Traubenkirsche" verwendet. Die Bezeichnung "Spätblühend" leitet sich aus dem Umstand ab, dass sie ca. zwei Wochen nach der Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus [L.]) blüht (HECKER, 2001).

"Zusammen mit anderen Prunus-Arten mit traubigem Blütenstand wird sie von einigen Autoren (z.B. ROTHMALER, 1976) in eine eigene Gattung Padus gestellt. Selten (z.B. bei SOO, 1966) findet sich daneben noch der Name Cerasus serotina. Die meisten modernen Autoren folgen jedoch KOEHNE (1915), der in Anbetracht der vielen chinesischen Arten mit intermediären Merkmalskombinationen die Aufteilung der Prunus nicht für gerechtfertigt hält." (STARFINGER, 1990) Daraus leiten sich auch verschiedene deutsche Schreibweisen ab. So gebraucht z.B. HECKER (2001) den Ausdruck "Trauben-Kirsche". Hier wird aber weiterhin die gebräuchlichere, zusammen geschriebene Form "Traubenkirsche" verwendet. Die Bezeichnung "Spätblühend" leitet sich aus dem Umstand ab, dass sie ca. zwei Wochen nach der Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus [L.]) blüht (HECKER, 2001).

Die Spätblühende Traubenkirsche ist in Mitteleuropa ein sommergrüner Großstrauch oder kleiner Baum mit einer schmalen, länglichen Krone. In ihrer Heimat erreicht sie eine Höhe bis 33 Meter. Die dunkelgrünen Blätter werden 4-12 cm lang und haben eine längliche bis eiförmige Form. Sie sind zugespitzt und fiedernervig mit kleinen eingekrümmten, knorpeligen Zähnen. Ihre Beschaffenheit ist derb bis lederig. Die Oberseite ist glänzend und die Unterseite ist beiderseits der Mittelrippe oft mit braunen Wollhaaren besetzt. Ihr Stiel ist 6-25 mm lang . Die Blätter sind wechselständig an den dünnen, kahlen Trieben angeordnet (FITSCHEN, 2002). Die weißen, 6-12 mm breiten Blüten entfalten sich in den Monaten Mai und Juni. Sie wachsen in aufrechten oder überhängenden, kahlen, walzenförmigen Trauben. Die Blütenbecher bleiben bis zur Fruchtzeit erhalten. Prunus serotina kann schon im Alter von 6 Jahren Blüten ausbilden und Samen produzieren. Die Früchte sind rundlich, 8-10 mm dick und schwarzrot. Das wenige Fruchtfleisch schmeckt schwach bitter. Im Winter sind die Knospen spitz eiförmig, klein und an den Spitzen der Langtriebe gehäuft. Sie sind zweifarbig (rötlich und grün) und völlig geschlossen. Die Schuppen liegen eng an (AAS und LANG, 2000). Die dunkelbraune Borke löst sich schon früh in schmalen Streifen ab und ist danach bräunlich und breit rissig. Die verletzte Rinde verströmt einen intensiven Geruch. Die Samen und Blätter sind wegen des Gehaltes an Blausäure abspaltendem Amygdalin giftig. Die Wurzel wird als schwammartiges, feinwurzelreiches und tiefgehendes Herzwurzelsystem beschrieben (HERRMANN, 2000). Weitere Eigenschaften sind große Ausschlagfähigkeit, jährliche Samenbildung, leicht zersetzbare Streu, Unempfindlichkeit gegen Trockenheit und Frost, geringe Ansprüche an die Bodenqualität, ausgeprägte Neigung zur Zwiesel- und Astbildung, schnelles Wachstum und rasche Ausbreitung, relative Rauchhärte und seltener Befall durch Insekten und Pilze (HÄUßER, 1999 nach SCHWAPPACH, 1901; BUSSE, 1930; SCHRETZENMAYR, 1990). Das enorme Verbreitungspotential von Prunus serotina zeigt sich beispielsweise in der Fähigkeit, aus abgeknickten Ästen, die den Boden berühren, neue Pflanzen zu entwickeln. Die Färbung des Kernholzes ist blassgelb bis rotbraun. Der Splintbereich ist rötlichweiß. Das Holz besitzt einen ringporigen Aufbau. Die Jahresringe sind deutlich zu erkennen. Der Radialschnitt ist infolge verschieden gefärbter Jahrringzonen gestreift und die feinen Markstrahlen erscheinen als hell glänzende Spiegel. Die physikalischen Eigenschaften des Holzes ähneln dem der Vogel-Kirsche. Es ist dicht, feinfaserig, ziemlich biegsam, elastisch, schwer spaltbar und nicht witterungsbeständig.

Prunus serotina (engl.: Black Cherry) ist ein Baum des östlichen Nord-Amerikas. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Süd-Quebec bis Florida und von der Küste des Atlantischen Ozeans bis Ost-Texas. In den Appalachen wächst sie bis zu einer Höhe von 2000 Meter. Ihr Optimum hat sie in Pennsylvania. Dort wächst sie auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden (SCHÜTT, SCHUCK und STIMM, 2002). Das Klima in dieser Region weist gemäßigtes, kühles Wetter mit Niederschlägen von ca. 1000 mm pro Jahr auf (GETTE, 2001), doch zeichnet sich die Baumart durch eine große Toleranz hinsichtlich der Temperatur, des Niederschlags und des Nährstoffangebotes aus.

Im größten Teil ihres Verbreitungsgebietes wächst Prunus serotina nur selten in die Baumschicht ein. Ist dies doch der Fall, so nutzt sie zumeist Lücken im Kronendach. Nur in höheren Lagen der Süd-Appalachen kann sie zur Dominanz gelangen.

Überdies hat die Spätblühende Traubenkirsche eher den Charakter einer Pionierbaumart. Sie ist aber keine ausgesprochene Lichtbaumart, sondern wegen ihrer sehr hohen Schattentoleranz vielmehr zwischen Licht- und Schattbaumarten einzuordnen (HÄUßER, 1999). In ihrer Heimat kennt man verschiedene Unterarten und Varietäten. So zitiert z.B. HERRMANN (2000) SCHENK (1939), der folgende Formen unterscheidet: var. asplenifolia JAEG., var. pendula DIPP., var. pyramidales ZABEL, var. cartilagenea JAEG., var. phelloides SCHWERIN, var. neomontana SUDW. und var. salicifolia KOEHNE.

Prunus serotina ist die größte und wichtigste nordamerikanische Prunus-Art. Das Holz gilt als eines der wertvollsten Harthölzer in den Vereinigten Staaten und findet Einsatz in der Möbel- und Furnierindustrie. Wegen der geringen Fruchtmasse finden die Kirschen keine Verwendung als Wildobst (KREMER, 1984). Allerdings sind sie eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vögel sowie für Mäuse und andere Wildtiere. Die Rinde hat medizinisch wirksame Eigenschaften und kann als Husten- und Beruhigungsmittel benutzt werden.


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10. Literaturverzeichnis


Artikel in der Fachliteratur:


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11. Über uns


Malte Münte, Berliner Forsten, Projekt: Biologische Bekämpfung von Prunus serotina.


Dr. Paul Heydeck, forstlicher Phytopathologe

Dr. Paul Heydeck

im Gespräch mit Peter Cyriax, Revierförsterei Stolpe


Marko Christoph, Projektassistent


In den Arbeitsräumen in der Waldschmiede

Nur gute Kommunikation befruchtet die Innovation


Lothar Wutschke, Versuchsflächenanlage in Stolpe


Kontakt:

prunus-serotina@gmx.de


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12. Impressum


Angaben gemäß § 5 TMG:

Marko Christoph
Puschkinstr. 46
16321 Bernau b. Bln.

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Telefon:

017654840727

Telefax:

E-Mail:

prunus-serotina@gmx.de

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